Gerechtigkeit ist der Weg zum Frieden

Gerechtigkeit ist der Weg zum Frieden


Active Stills

Das Israelische Komitee gegen Hauszerstörungen (ICAHD)
ruft in Deutschland zum Dialog und zur Mitarbeit auf.

Vortrag und Diskussionsrunde mit Yahav Zohar, einem Mitarbeiter des ICAHD

am Samstag, 20.02.2010 um 19:30 Uhr

im Eine Welt Haus München (Großer Saal)
Schwanthalerstrasse 80, 80336 München

Vortrag in englischer Sprache mit Übersetzung
Eintritt frei, Spenden willkommen!
 

Das Israelische Komitee gegen Hauszerstörungen (ICAHD) ist eine friedenspolitische Organisation, die sich aktiv und gewaltlos für das Ende der israelischen Besatzung in den palästinensischen Gebieten und für eine gerechte und politisch nachhaltige Lösung für ALLE Menschen in Palästina und Israel einsetzt.

 

Ab dem 24. Januar 2010 ist Yahav Zohar im Auftrag von ICAHD für einen Monat in Deutschland auf Vortragsreise, um die intensive, direkte Begegnung von israelischen Friedensaktivisten mit der deutschen Öffentlichkeit und politischen Entscheidungsträgern zu suchen. Er wird über die Zukunftsperspektiven der Zwei-Staaten-Lösung diskutieren und erklären, warum eine nachhaltige und gerechte Lösung nur durch ein internationales Engagement möglich ist und warum und wie gerade Deutschland sich aktiv für ein Ende der Unterdrückung und Gewalt engagieren muss.

Yahav Zohar ist langjähriger Mitarbeiter des ICAHD und Friedensaktivist aus Jerusalem, ein ausgewiesener Kenner der komplexen Situation und erfahrener Vermittler. Er leitet politische Stadtführungen zwischen Ost- und Westjerusalem für Touristen, internationale Diplomaten, Journalisten und Politiker. Er ist Mitgründer von diversen israelisch-palästinensischen Kooperationsinitiativen, sowie Mitglied von “Combatants for Peace”, einer Vereinigung von ehemaligen israelischen Soldaten und palästinensischen Kämpfern, die sich gemeinsam aktiv für Dialog und Frieden einsetzen.

 

Weitere Informationen dazu auf der Website: www.icahd.org


Veranstalter: FRAUEN IN SCHWARZ MÜNCHEN und das PALÄSTINA KOMITEE MÜNCHEN
im EineWeltHaus München, Schwanthalerstr. 80, 80339 München
V.i.S.d.P. Nadia Gasmi, Kazmairstr. 36, 80339 München

 

GAZA - Das große Versagen: Kein Wiederaufbau, keine Regeneration, keine Ausreden mehr

 

Die American International School in Gaza, Januar 2009, nach der Operation „Gegossenes Blei“. Foto: amnesty international

Ein Bericht über die Situation im Gaza-Streifen
ein Jahr nach der Operation "Gegossenes Blei"

Vröffentlicht im Dezember 2009
Titelbild: Kadir van Lhuizen

Hier können Sie den gesamten Bericht als PDF lesen

1) Es gibt keine Ausreden mehr

Ein Jahr, nachdem Israel seine Militäroperation „Gegossenes Blei“ gegen den Gazastreifen begann, sind die durch den Angriff entstandenen großen Schäden an den Wohnhäusern, der öffentlichen Infrastruktur, der Ökonomie und Landwirtschaft nur in sehr geringem Umfang behoben worden.

Es liegt nicht in dem fehlenden Willen der Bevölkerung in Gaza zum Wiederaufbau oder am Mangel von Ressourcen. Im März 2009 hat die internationale Gemeinschaft Zusagen in Höhe von mehr als 4 Milliarden US-Dollar für den Wiederaufbau und die Unterstützung der palästinensischen Wirtschaft in Gaza gemacht.1 Auch fehlt es nicht an Arbeitskraft. Die arbeitslose Bevölkerung wäre bereit, ihre Fähigkeiten in den Wiederaufbau ihrer zerstörten Häuser zu investieren und die ruinierten Trinkwasser-, Abwasser und Stromversorgungssysteme wieder in Gang zu setzen. Die Grenzübergänge von Israel nach Gaza wurden Instand gesetzt und dabei Sicherheitsverfahren entwickelt und getestet, die eine umfangreiche Einfuhr von hierfür benötigten Materialien ermöglicht hätten. Aber das zugesagte Geld konnte nur in geringem Umfang ausgegeben werden. Die Waren und die Ausrüstung, die für den Wiederaufbau bestimmt sind, lagern außerhalb von Gaza in den Depots. So liegt Gaza selbst in weiten Teilen noch immer in Ruinen.

Dies ist kein Versehen, sondern eine Frage von Politik. Die die israelische Regierung verhängte 2007 die Blockade, nachdem Hamas die Kontrolle in Gaza übernommen hatte (dem gingen allerdings schon zuvor immer wieder Schließungen und Restriktionen voraus). Die Blockade verbietet den meisten Einwohnerinnen und Einwohnern, Gaza zu verlassen und Produkte jedweder Art zu exportieren. Selbst der Import ist auf eine eng beschränkte Anzahl von humanitären Gütern begrenzt. Die verzweifelt benötigten Baumaterialien fallen nicht unter die erlaubten Güter. Daher ist es der Zivilbevölkerung, der UN und den Hilfsorganisationen mit wenigen Ausnahmen nicht gestattet, Baumaterialien wie Zement oder Glas für den Wiederaufbau einzuführen.

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Kairos-Palästina-Dokument

Stunde der Wahrheit: Ein Wort des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe aus der Mitte des Leidens der Palästinenser und Palästinenserinnen

Einführung

Nach Gebet, Nachdenken und Meinungsaustausch erheben wir, eine Gruppe christlicher Palästinenser und Palästinenserinnen, mitten aus dem Leiden unseres von Israel besetzten Landes heraus unsere Stimme zu einem Schrei der Hoffnung, wo keine Hoffnung ist, zu einem Schrei, der erfüllt ist vom Gebet und von dem Glauben an Gott, der in Seiner göttlichen Güte über alle Bewohnerinnen und Bewohner dieses Landes wacht. Uns beseelt das Geheimnis der Liebe Gottes zu allen Menschen, das Geheimnis Seiner göttlichen Gegenwart in der Geschichte aller Völker und in besonderer Weise in der Geschichte unseres Landes. Als Christen und Palästinenser verkünden wir unser Wort – ein Wort des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe.

            Warum jetzt? Weil das tragische Schicksal des palästinensischen Volkes heute ausweglos geworden ist. Die Entscheidungsträger begnügen sich mit Krisenmanagement, anstatt sich der schwierigen Aufgabe zu unterziehen, nach einer Lösung für die Krise zu suchen. Die Herzen der Gläubigen sind erfüllt von Schmerz und von Fragen. Was tun die politischen Verantwortlichen in Palästina, in Israel und in der arabischen Welt? Was tut die Kirche? Hier geht es nicht allein um ein politisches Problem. Es geht um eine Politik, die Menschen vernichtet, und das geht die Kirche an.

Wir wenden uns an unsere Brüder und Schwestern, an die Glieder unserer Kirchen in diesem Land. Als Christen und Palästinenser wenden wir uns an unsere politische und religiöse Führung, an unsere palästinensische und an die israelische Gesellschaft, an die Weltgemeinschaft und an unsere christlichen Brüder und Schwestern in den Kirchen in aller Welt....

Gesamtes Dokument als PDF weiterlesen...

 

»Der Zionismus war eine koloniale Bewegung«

Gespräch mit Ilan Pappe. Über sein Buch »Die ethnische Säuberung Palästinas«, fortgesetzte Besatzung und Schritte zum Frieden im Nahen Osten

Interview: Rolf-Henning Hintze
 
Professor Ilan Pappe (geb. 1954) ist israelischer Historiker. Von 1984 bis 2007 lehrte er an der Universität ­Haifa, gegenwärtig an der Universität Exeter in England. Sein Buch »Die ethnische Säuberung ­Palästinas« (engl. 2006, dt. 2007) löste heftige Angriffe auf ihn aus.

Sie haben in Israel als Historiker viele Schwierigkeiten erfahren und sich am Ende entschieden, eine Arbeit im Ausland anzunehmen. Welche Art von Druck wurde auf Sie ausgeübt?

Ich würde zwischen dem Druck und dem Entschluß, in Europa zu leben, unterscheiden. Druck gab es zunächst einmal in meiner akademischen Umgebung, wo ich isoliert und boykottiert wurde. Ich konnte nicht an Seminaren und Konferenzen teilnehmen, meine Beförderung wurde auf Eis gelegt. Das war der eine Druck. Das andere waren häufige Todesdrohungen, sie kamen per Telefon, E-mail oder per Post. Viele davon waren wahrscheinlich nicht ernst gemeint, sondern nur ein Ausdruck von Haß, aber es gibt den Fall eines Professors, der nach solchen Drohungen mit einer Bombe angegriffen wurde. Ich entschloß mich zum Verlassen des Landes, weil es mir nicht möglich war, einen fruchtbaren Dialog mit meinen akademischen Kollegen und der Gesellschaft allgemein zu haben. Ich meinte, ich würde der Sache, von der ich überzeugt bin, viel mehr nützen können, wenn ich im Ausland arbeiten würde. Mir wurde immer klarer, daß Israel sehr viel Ähnlichkeit mit der weißen Apartheidgesellschaft in Südafrika auf dem Höhepunkt ihrer Macht hat, wo es unmöglich ist, von innen Veränderungsprozesse zu bewirken. Man kann das nur durch Druck von außen erreichen.

Den Artikel finden Sie unter: http://www.jungewelt.de/2009/12-05/005.php

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